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Notizen zur Führung durch das Atelier von Petra Leipold
von Frau Dr. Susanne Höper-Kuhn, Kunsthistorikerin,
im Januar 2003

PELE - Petra Leipold
Malerin und Konzeptkünstlerin

Betrachtet man die Arbeiten von Petra Leipold, so fällt einem gewiss zuerst auf, dass sie zumeist auf ein und dasselbe Format zurückgreift. Das Quadrat. Und das ist keineswegs ein Zufall, denn Petra Leipold erarbeitet zu jeder fertigzustellenden Arbeit ein detailliertes Konzept mit dazugehöriger Bildikonographie, dass sie stringend während der künstlerischen Umsetzung einhält.

Petra Leipold ist Malerin und Konzeptkünstlerin. Konzeptkunst, diesen Begriff sollte man als einen Sammelbegriff für eine heterogene Menge von stilistischen Methoden und Vorgehensweisen verwenden, denen jedoch gemeinsam ist, dass Kunst nicht mehr nur über physikalische Objekte definiert wird, sondern über Ideen und mentale Konzepte.

Erste Ansätze für die Bedeutung des Mentalen können bereits in der Entstehungsphase der abstrakten Kunst zu Beginn des 20sten Jahrhunderts identifiziert werden, bei denen das "Geistige in der Kunst" eine größere Bedeutung besitzt als gegenständliche Manifestationen. Diese frühen Ansätze bleiben jedoch noch der reinen Ästhetik verhaftet, da an die Stelle der gegenständlichen Bilder nun abstrakte Bilder treten. In einem weiteren Schritt findet dann die Ablösung von der sichtbaren Ästhetik statt, wobei in der Konsequenz anstatt eines Kunstobjektes nun Skizzen, Beschreibungen und Anleitungen zum Bau eines Objektes an die Stelle des vom Künstler ausgeführten Objektes treten.

Soweit geht Petra Leipold nicht, denn sie zeigt dem Betrachter sehr produktiv ein Ergebnis eines künstlerischen Konzeptes, das sich mit menschlichem Verhalten und Gefühlen auseinandersetzt. Sie gestaltet und beschreibt damit Denkräume, die wir betreten in dem Moment, in dem wir in eines ihrer Quadrate treten.

Das Quadrat, spätestens seit Malewitschs 1915 gemaltem "Schwarzen Quadrat", unvergleichliche abbildlose Konzentration spiritueller Möglichkeiten und reine Darstellung der bildnerischen Mittel, höchste Einfachheit und Verinnerlichung, stärkster Anspruch an die geistige Aktivität des Betrachters, zieht uns in seinen Bann.

Die Gedankenreise in einer von der Künstlerin geplanten Sequenz von zumeist vier Bildern im Sinne einer Bildergeschichte kann beginnen. Schon in der christlichen Ikonographie bedeutet das Quadrat wie die Symbolzahl Vier die Welt, die Erde und das irdische Leben.

Häufig finden wir bei den Arbeiten von Petra Leipold eine körnige Sandoberfläche. Das Material Sand, also das irdische, wird selbst mit seiner ästhetischen und seiner eigengeschichtlichen Qualität erkannt. Es ist hier nicht ein Mittel zur Kunst, sondern deren Thema.

Petra Leipold schöpft, wie sie selber formuliert, aus
"...der Vielgestaltigkeit der Zeit,
...der Gelegenheiten und Materialien,
...der Verfahren und Gedankenketten sowie
...der Lebensenergie und Empfindungen."

 

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